Ratgeber · Checkliste
Shopware-Checkout optimieren: 10 Punkte gegen Kaufabbrüche
Mit dieser Checkliste prüfen Sie Ihren Shopware-Checkout in zehn Schritten auf die häufigsten Ursachen für Kaufabbrüche, mit Blick auf das Smartphone und auf B2C und B2B. Zu jedem Punkt finden Sie, wie Sie ihn prüfen und was Sie in Shopware 6 dafür tun können.
Im Durchschnitt brechen rund 70 Prozent der Kunden ihren Einkauf ab, bevor sie bestellen. Das zeigt die Studienauswertung des Baymard Institute. Einen Teil davon verhindert kein Checkout: Viele Besucher wollen nur Preise vergleichen. Ein großer Teil bricht aber ab, weil der Checkout zu lang ist, Kosten überraschen oder die passende Zahlungsart fehlt. Genau diese Ursachen können Sie beheben.
Gehen Sie die Punkte am besten mit dem Smartphone in der Hand durch und bestellen Sie dabei selbst in Ihrem Shop, einmal als Gast und einmal mit Kundenkonto. Viele Probleme fallen erst auf, wenn man den Checkout selbst durchläuft.
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1Gastbestellung ohne Umweg anbieten
Wer zum ersten Mal bei Ihnen kauft, will bestellen und kein Konto anlegen. Ein Pflichtkonto oder ein versteckter Link zur Gastbestellung kostet gerade Neukunden.
So prüfen Sie es
- Die Gastbestellung ist im ersten Checkout-Schritt sofort sichtbar und nicht hinter einem Link versteckt.
- Ein Kundenkonto lässt sich nach der Bestellung anlegen, nicht nur davor.
- Bestandskunden finden das Login, ohne dass es die Gastbestellung verdrängt.
In Shopware 6
In Shopware 6 legen Sie unter Einstellungen → Anmeldung / Registrierung fest, dass die Bestellung ohne Kundenkonto vorausgewählt ist. Prüfen Sie zusätzlich, ob Ihr Theme diese Option deutlich genug zeigt.
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2Nur Felder abfragen, die Sie für die Bestellung brauchen
Auf dem Smartphone kostet jedes Feld Zeit: tippen, Tastatur wechseln, prüfen. Telefonnummer, Geburtsdatum oder die doppelte Eingabe der E-Mail-Adresse brauchen die wenigsten Shops wirklich.
So prüfen Sie es
- Für jedes Pflichtfeld gibt es einen konkreten Grund, etwa Versand, Rechnung oder eine rechtliche Vorgabe.
- Telefonnummer und Geburtsdatum sind optional oder ausgeblendet, sofern Versanddienstleister oder Zahlungsart sie nicht verlangen.
- E-Mail-Adresse und Passwort müssen nicht zweimal eingegeben werden.
- Die Lieferadresse entspricht standardmäßig der Rechnungsadresse.
In Shopware 6
Telefonnummer, Geburtsdatum, die Bestätigung von E-Mail-Adresse und Passwort sowie zusätzliche Adresszeilen schalten Sie in Shopware 6 unter Einstellungen → Anmeldung / Registrierung ab oder machen sie optional, ganz ohne Programmierung.
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3Eingaben für das Smartphone optimieren
Die passende Tastatur und das automatische Ausfüllen durch den Browser sparen auf dem Smartphone viel Tipparbeit. Fehlen diese Angaben im Formular, muss der Kunde alles von Hand eingeben.
So prüfen Sie es
- E-Mail-Felder öffnen die E-Mail-Tastatur, Telefonfelder die Zifferntastatur.
- Name, Adresse und E-Mail-Adresse lassen sich per Autofill des Browsers ausfüllen (autocomplete-Attribute).
- Buttons und Auswahlfelder sind groß genug zum Tippen. Apple empfiehlt mindestens 44 × 44 Punkte.
- Der Button zum Fortfahren ist ohne langes Scrollen erreichbar.
In Shopware 6
Das Standard-Theme von Shopware 6 bringt viele dieser Attribute mit. Eigene Theme-Anpassungen und Plugins überschreiben die Formular-Templates aber häufig. Prüfen Sie die Felder deshalb im Live-Shop auf einem echten Smartphone.
Mehr dazu: Warum mobile Kunden im Checkout abbrechen
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4Passende Zahlungsarten in sinnvoller Reihenfolge
Fehlt die bevorzugte Zahlungsart, ist der Kauf oft vorbei. Zu viele Optionen machen die Auswahl auf dem kleinen Bildschirm aber ebenfalls mühsam.
So prüfen Sie es
- Die Zahlungsarten passen zu Ihrer Zielgruppe: im B2C etwa PayPal, Apple Pay, Google Pay und Kauf auf Rechnung, im B2B vor allem Kauf auf Rechnung.
- Die am häufigsten genutzte Zahlungsart steht oben.
- Zahlungsarten, die kaum jemand nutzt, sind entfernt.
- Hinweise wie ein Mindestbestellwert oder eine Bonitätsprüfung stehen direkt an der Zahlungsart.
In Shopware 6
Die Reihenfolge steuern Sie in Shopware 6 über die Position der Zahlungsart. Mit dem Rule Builder blenden Sie Zahlungsarten gezielt ein oder aus, zum Beispiel Kauf auf Rechnung nur für freigeschaltete Geschäftskunden.
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5Versandkosten und Lieferzeit früh zeigen
Unerwartete Zusatzkosten sind laut Baymard Institute der häufigste Grund für Kaufabbrüche im Checkout. Wer die Versandkosten erst im letzten Schritt sieht, fühlt sich überrumpelt.
So prüfen Sie es
- Die Versandkosten oder ein Link dazu stehen auf der Produktseite und im Warenkorb.
- Die Lieferzeit steht auf der Produktseite und noch einmal vor dem Kaufabschluss.
- Die Grenze für kostenlosen Versand ist im Warenkorb sichtbar, zum Beispiel „Noch 12 € bis zum kostenlosen Versand“.
- Im Checkout kommen keine Kosten hinzu, die vorher nicht genannt wurden.
In Shopware 6
Lieferzeiten pflegen Sie in Shopware 6 am Produkt und an der Versandart. Wie Versandkosten im Warenkorb berechnet und angezeigt werden, hängt von Versandart, Preismatrix und Theme ab. Testen Sie das für jedes Lieferland mit einem eigenen Testkonto.
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6Fehlermeldungen, die weiterhelfen
Ein roter Rahmen ohne Erklärung oder ein Formular, das nach einem Fehler leer ist, beendet viele Bestellungen. Besonders teuer sind Fehler bei der Zahlung, denn dann wollte der Kunde bereits kaufen.
So prüfen Sie es
- Fehler erscheinen direkt am betroffenen Feld und sagen, was zu tun ist.
- Bereits eingegebene Daten bleiben nach einem Fehler erhalten.
- Nach einer abgebrochenen oder fehlgeschlagenen Zahlung kann der Kunde direkt eine andere Zahlungsart wählen.
- Pflichtfelder sind schon vor dem Absenden als solche erkennbar.
In Shopware 6
Nach einer fehlgeschlagenen Zahlung leitet Shopware 6 auf eine Seite weiter, auf der Kunden die Zahlungsart ihrer Bestellung ändern können. Testen Sie diesen Weg für jede Zahlungsart auf dem Smartphone. Bei Theme-Anpassungen wird er leicht übersehen.
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7Ladezeit im Checkout messen, nicht nur auf der Startseite
Viele Shops optimieren die Startseite, der Checkout bleibt langsam. Dabei warten Kunden gerade dort nach jedem Klick: Adresse ändern, Versandart wählen, Gutschein einlösen.
So prüfen Sie es
- Warenkorb und Bestellübersicht reagieren auch im Mobilfunknetz schnell auf Eingaben.
- Sie messen die Reaktionszeit (Interaction to Next Paint, INP) gezielt auf Warenkorb und Checkout, zum Beispiel per Real-User-Monitoring.
- Externe Skripte für Tracking, Chat oder A/B-Tests laden im Checkout nur, wenn sie dort gebraucht werden.
- Sie wissen, welche Plugins sich in die Warenkorb-Berechnung einklinken.
In Shopware 6
Warenkorb und Checkout liefert Shopware 6 nicht aus dem HTTP-Cache aus, sie werden bei jedem Aufruf neu berechnet. Plugins in der Warenkorb-Berechnung und aufwendige Regeln im Rule Builder kosten deshalb bei jedem Klick Zeit. Mit dem Symfony-Profiler oder Tideways sehen Sie, wo.
Mehr dazu: Core Web Vitals in Shopware richtig messen
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8Vertrauen schaffen, Ablenkung vermeiden
Im Checkout entscheidet sich, ob Kunden Ihnen ihr Geld anvertrauen. Gleichzeitig kann jeder Link, der aus dem Checkout herausführt, vom Kauf wegführen.
So prüfen Sie es
- Rückgaberecht, sichere Zahlung und eine Kontaktmöglichkeit sind im Checkout kurz sichtbar.
- Gütesiegel oder Kundenbewertungen stehen in der Nähe des Bestell-Buttons.
- Navigation, Banner und Newsletter-Popups sind im Checkout ausgeblendet.
- Der Bestell-Button sagt eindeutig, was passiert, etwa „Zahlungspflichtig bestellen“. In Deutschland ist das gesetzlich vorgeschrieben.
In Shopware 6
Shopware 6 zeigt im Checkout bereits einen reduzierten Header ohne Hauptnavigation. Prüfen Sie, ob Popups, Chat-Widgets oder andere Erweiterungen diese Ruhe wieder stören.
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9Den Checkout für B2B-Kunden anpassen
Geschäftskunden bestellen oft wiederkehrend, in größeren Mengen und nach internen Vorgaben. Ein Checkout, der nur für Privatkunden gebaut ist, bremst sie aus.
So prüfen Sie es
- Geschäftskunden sehen Nettopreise und ihre individuellen Konditionen schon vor dem Checkout.
- Kauf auf Rechnung ist für bekannte Geschäftskunden ohne Umwege verfügbar.
- Es gibt ein Feld für die interne Bestellnummer oder Kostenstelle des Kunden.
- Wiederkehrende Bestellungen gehen schnell, etwa per Schnellbestellung über Artikelnummern oder aus früheren Bestellungen.
In Shopware 6
Nettopreise steuern Sie in Shopware 6 über die Kundengruppe, Zahlungsarten für Geschäftskunden über den Rule Builder. Für Bestellnummern, Schnellbestellung oder Freigabeprozesse brauchen Sie eine Erweiterung oder die B2B-Funktionen von Shopware.
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10Abbrüche messen und nach jedem Update testen
Ohne Zahlen bleibt Checkout-Optimierung Bauchgefühl. Und ein Checkout, der heute funktioniert, kann nach dem nächsten Shopware- oder Plugin-Update schon wieder hängen.
So prüfen Sie es
- Sie sehen, wie viele Kunden welchen Schritt erreichen: Warenkorb, Checkout-Beginn, Zahlungsart, Kauf.
- Sie wissen, bei welcher Zahlungsart und auf welchem Gerät die meisten Abbrüche passieren.
- Nach jedem Shopware- oder Plugin-Update bestellen Sie testweise auf echten Smartphones mit iOS und Android.
- Fehlgeschlagene Zahlungen und Fehler im Checkout landen in einem Log, das jemand regelmäßig auswertet.
In Shopware 6
In Google Analytics 4 bilden die Standard-Ereignisse begin_checkout, add_shipping_info, add_payment_info und purchase diesen Trichter ab. Automatisierte Tests, etwa mit Playwright, spielen nach jedem Deployment eine Testbestellung durch.
Wie geht es weiter?
Notieren Sie jeden Punkt, den Sie nicht abhaken konnten, und schätzen Sie den Aufwand grob ab. Beginnen Sie mit den Einstellungen, die Shopware ohne Programmierung erlaubt, vor allem in den Punkten 1, 2 und 4. Die übrigen Punkte betreffen meist Theme, Plugins oder Prozesse und lohnen sich, wenn Sie wissen, wo Ihre Kunden abbrechen. Wie das in der Praxis aussieht, zeigt die Fallstudie zum mobilen Checkout eines Modehändlers.