Suche und Filter in Shopware: Wo Kunden aussteigen
Suche und Filter in Shopware verbessern: Suchbegriffe ohne Treffer messen, Standardsuche einstellen, OpenSearch einordnen und Filter mobil nutzbar machen.
Wer die Suche benutzt, weiß meist schon, was er kaufen will. Findet die Suche dann nichts, ist dieser Kunde schnell bei der Konkurrenz. Ähnlich bei Filtern: Wenn die Auswahl auf dem Smartphone umständlich ist oder bei null Treffern endet, bricht der Besucher ab. Dieser Artikel zeigt, wie Sie Suche und Filter in Shopware prüfen, was sich in der Administration einstellen lässt und wann eine andere Suchtechnik sinnvoll ist.

Zuerst messen: Was wird gesucht und nicht gefunden?
Die Shopware-Suche läuft über die Adresse /search?search=Begriff. Die erweiterte Messung von GA4 erkennt den Parameter search und erfasst Suchanfragen als Ereignis view_search_results mit dem Suchbegriff. So sehen Sie, welche Begriffe am häufigsten gesucht werden.
Was GA4 nicht von selbst erkennt, sind Suchen ohne Treffer. Dafür gibt es zwei Wege:
- Ein eigenes Ereignis, das das Template auslöst, wenn die Ergebnisseite leer ist. Das ist ein kleiner Eingriff im Theme.
- Ohne Technik: Nehmen Sie die 50 häufigsten Suchbegriffe und suchen Sie sie selbst im Shop. Das dauert eine halbe Stunde und bringt erstaunlich viel ans Licht.
Typische Funde sind Artikelnummern, die nicht gefunden werden, Tippfehler, Mehrzahl statt Einzahl und Begriffe, die Kunden anders verwenden als Ihre Produktdaten, etwa „Handy“ statt „Smartphone“.
Die Standardsuche richtig einstellen
Viel lässt sich ohne Programmierung verbessern. Unter Einstellungen → Shop → Suche legen Sie unter anderem fest:
- welche Felder durchsucht werden und wie stark sie gewichtet sind, zum Beispiel Produktname, Produktnummer, Hersteller-Produktnummer, EAN und Hersteller,
- ob alle Suchwörter oder nur eines vorkommen müssen,
- welche Begriffe ignoriert werden, etwa Füllwörter.
Gerade im B2B ist die Produktnummer wichtig: Händler suchen oft direkt nach Artikelnummern aus ihrer Warenwirtschaft. Nach Änderungen an den Einstellungen muss der Suchindex neu aufgebaut werden, zum Beispiel über bin/console dal:refresh:index.
Was die Standardsuche nicht von selbst löst: Synonyme und eine gute Tippfehler-Toleranz. Dafür braucht es eine Erweiterung oder eine andere Suchtechnik.
Wann OpenSearch sinnvoll ist
Shopware kann Suche und Listings statt über die Datenbank über OpenSearch (früher Elasticsearch) abwickeln. Die Vorteile:
- bessere Treffer bei Tippfehlern und Wortvarianten,
- Synonyme über eine eigene Konfiguration,
- schnellere Listings und Filter bei großen Sortimenten oder vielen Varianten.
Der Preis dafür: OpenSearch muss auf dem Server betrieben, überwacht und bei Updates mitgepflegt werden. Für einen kleinen Katalog reicht die gut eingestellte Standardsuche oft aus. Bei großen Sortimenten oder langsamen Kategorieseiten lohnt sich der Wechsel. Das entscheide ich mit Ihnen anhand von Messwerten, nicht aus Prinzip.
Filter: Datenqualität vor Technik
Die meisten Filterprobleme sind keine technischen, sondern Probleme der Produktdaten:
- Uneinheitliche Werte: „Blau“, „blau“ und „Navy“ als drei Einträge im Farbfilter. Bereinigen Sie die Eigenschaften, bevor Sie an der Darstellung arbeiten.
- Zu viele Filter: Eigenschaften, die niemand nutzt, verdrängen die wichtigen. In Shopware wählen Sie im Element „Produkt-Listing“ der Erlebniswelt aus, welche Filter angezeigt werden.
- Filter mit null Treffern: Shopware kann Filteroptionen ohne Ergebnis deaktivieren. Prüfen Sie, ob das bei Ihnen eingeschaltet ist, denn leere Ergebnisseiten frustrieren.
- Fehlende Zuordnung: Ein Produkt ohne gepflegte Eigenschaft fällt beim Filtern heraus, obwohl es passen würde.
Filter auf dem Smartphone
Auf dem Smartphone öffnet Shopware die Filter standardmäßig in einem seitlichen Bereich. Prüfen Sie mit dem Smartphone in der Hand:
- Sieht der Kunde, wie viele Produkte nach dem Filtern übrig bleiben?
- Sind aktive Filter sichtbar und mit einem Tipp wieder entfernbar?
- Kommt er nach dem Filtern ohne Umweg zurück zur Ergebnisliste?
- Ist die Sortierung sinnvoll voreingestellt, etwa mit lieferbaren Produkten zuerst?
Ladezeit von Suche und Filtern
Jeder Filter erzeugt Abfragen an die Datenbank. Bei vielen Eigenschaften und Varianten wird das langsam, und langsame Filter fühlen sich für Kunden wie kaputte Filter an. Messen Sie die Antwortzeit der Kategorie- und Suchseiten mit und ohne gesetzte Filter. Mehr dazu, wie ich dabei vorgehe, steht auf der Seite zur Shopware Performance-Optimierung.
Fazit: In dieser Reihenfolge vorgehen
- Häufigste Suchbegriffe auswerten und selbst testen.
- Durchsuchbare Felder und Gewichtung einstellen, Index neu aufbauen.
- Eigenschaften bereinigen und angezeigte Filter reduzieren.
- Filter auf dem Smartphone prüfen.
- Antwortzeiten messen und bei Bedarf über OpenSearch nachdenken.
- Nach den Änderungen erneut messen.
Suche und Filter sind eine von fünf Stellen, an denen Shops Käufer verlieren. Die anderen vier und wie ich sie prüfe, zeigt die Seite zur Shopware Conversion-Optimierung. Ihre Suche findet nicht, was Kunden suchen? Schreiben Sie mir.